ICF - WAGI Museum Schlieren

Öffnungszeiten
Jeden Mittwoch
14 - 18 Uhr
So 16.Dez / 14-18 Uhr
So 23.Dez / 14-18 Uhr

Herzlich Willkommen im Museum der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren
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Integral Coach Factory ICF

Die Integral Coach Factory, kurz ICF mit Sitz in Chennai Indien gehört heute zu einer der grössten Waggonbaufirmen der Welt. Mit über 50´000  abgelieferten Wagons- und Triebfahrzeugen hauptsächlich für den indischen und afrikanischen Markt, beschäftigt das von der SWS in den Jahren 1949 - 1955 massgeblich mitentwickelte Werk heute rund 13´000 Mitarbeitende.

Indien war während des Zweiten Weltkriegs die grosse Nachschubbasis der Allierten für alle fernöstlichen Feldzüge. Dadurch wurden unter anderem damals auch die indischen Eisenbahnen ausserordentlich stark in Anspruch genommen, ohne  das eine Möglichkeit gegeben war die bestehenden Bahnanlagen, Lokomotiven und den Wagenpark dem notwendigen Unterhalt zu unterziehen.

In der Folge bereisten indische Eisenbahnfachleute sowie auch der damalige Generaldirektor der indischen Staatsbahnen "K.C Bakhle" zwischen 1946  und 1948 einige Länder in Europa und Amerika, welche auf dem Gebiet des  Rollmaterialbaus für die Eisenbahnen führend waren.

Im Sommer 1947 fand in Luzern ein internationaler Eisenbahnkongress statt, auch dort war eine Delegation der Indischen Staatsbahn anwesend. Zu dieser Zeit wurde vor allem die neue Leichstahlbauweise der SBB stark thematisiert. Die SWS war damals schweizweit führend im Bereich der Planung und Konstruktion von Leichtstahlbauweisen für Reisezugwagen.

Der Vertrag zwischen Schlieren und
den Indischen Staatsbahnen

Der von der SWS und Organen der SBB neu entwickelte Leichtstahlwagen  überzeugte die Indische Delegation. Es hat aber noch ganze zwei Jahre umsichtiger Akquisitionsarbeit gebraucht, bis schliesslich am 28. Mai 1949 in Dehli, nach vorangegangenen Besprechungen in Bern mit dem  damaligen Generaldirektor der indischen Eisenbahnen, ein Abkommen mit  uns unterzeichnet wurde.

Gemäss dem obenerwähnten Abkommen wurden der SWS damals für die nächsten Jahre Aufträge zur Produktion der neuen  Standart-Leichtstahlwagentypen sowie Spezialwagen für Indien zugesichert. Im Gegenzug verpflichtete sich die SWS gegenüber der indischen Eisenbahnverwaltung ihr technischen Beistand zu leisten für den Bau einer eigenen Wagonfabrik in Pernabur.



In dieser Fabrik sollten  dan künftig ausschliesslich Personenwagen nach der Schlieren-Leichtstahlbauweise produziert werden. Bereits kurz nach der Unterzeichnung des Abkommens, reiste eine Gruppe von Konstrukteuren aus Schlieren nach Dehli.

Es galt den technischen Dienst der indischen Eisenbahnverwaltung beim Bau der neuen Wagentypen zu unterstützen, welche den besonderen indischen Bedürfnissen und klimatischen Verhältnissen angepasst werden musste.



Die künftig  in indien produzierten Wagen mussten aber auch alle konstruktiven Vorteile der Schlieren - Leichtstahlbauweise aufweisen können. Dann kam der Bau von zwei Prototypen in den Werkstätten in Schlieren, welche  Ende 1951 zur Ablieferung gelangten.

Unmittelbar anschliessend folgten die jährlichen Serienaufträge von je fünfzig  Wagen, wobei von der zweiten Serie die Wagen ohne innere Ausstattung gefertigt wurden.

 

Es hatte damals bei der Übernahme der ersten Wagen in Indien an Kritik nicht gefehlt, denn es gehört zur Eigenart der Inder, dass sie allem Neuen eher etwas skeptisch gegenüberstehen. Schliesslich hatten sich aber inzwischen unsere Wagen in Indien bereits während rund drei Jahren bewährt, so dass die Schlieren-Leichtkonstruktion auch in diesem fernen Lande in allen Ehren stand.



Parallel mit den Aufträgen wurden in Schlieren auch die notwendigen Projektstudien für die durch die indische Eisenbahnverwaltung in Aussicht genommene neue Wagonsfabrik in Arbeit genommen. In Zusammenarbeit mit Fachleuten der indischen Eisenbahnen reifte das Projekt, und nach verschiedenen Besuchen von Vertretern der SWS in Indien entstand ein definitiver Plan.

Dieser wurde für eine normale Jahresproduktion von 350 Drittklasswagen (ohne Innenausbau) ausgearbeitet und abgestimmt auf ein genau begrenztes Fabrikareal in Perambur, einem Vorort der Hafenstadt Madras, wo bereits eine Lokomotiv-  und eine Eisenbahnwagen-Reparaturwerkstätte der indischen Eisenbahnen  seit Jahren in Betrieb sind.


Baubeginn Wagonsfabrik Permabur

 

Im Frühling 1952 konnten die ersten vorbereitenden Bauarbeiten auf Grund  unseres Projektes in Indien begonnen werden. Inzwischen sind sie bereits  weit fortgeschritten und die Werkhallen größtenteils unter Dach, so  dass mit der Montage der maschinellen Einrichtung begonnen werden kann.

Für diesen Teil war Schlieren speziell verantwortlich, und das damals nach  Indien delegierte SWS-Team setzte sich voll dafür ein, die anvertraute  Aufgabe zu einem guten Ende zu führen.

Eindrücke des Werkbaus in Indien, niedergeschrieben vom damaligen Technischen Leiter Heinrich Saxer

Ich will versuchen, in einem kurzen Abriss die ersten Eindrücke festzuhalten, und mich dabei ausschliesslich auf die Fabrik beschränken. Es wäre falsch, nach den ersten Feststellungen ein Urteil zu fällen. Wenn immer auch die ersten Eindrücke richtungweisend, ja entscheidend sind, hier müssen wir vorsichtig sein, denn die Massstäbe, mit denen hierzulande gemessen wird, sind in allem und jedem verschieden von unsern herkömmlichen.



Das Werk ist gross, sehr gross. Dies ist  für mich nicht so überraschend, da ich im Jahre 1953 schon einmal auf diesem Areal gestanden bin und die Ausmasse überschaute.

Aber die Anlage ist nicht einfach gross, weil etwa die Kastenbauhalle eine  Länge von 300 Metern hat, weil man Stunden bedarf, um alle Hallen und  Häuser zu sehen, weil dieses Werk so und so viele Millionen kostet,  nein, nicht darum, sondern weil man zu gleicher Zeit die Mittel sieht, mit welchen alles entsteht.

Dies ist eine Beobachtung, hinter der alles andere zurücksteht. Die Mittel  und die Methoden sind primitiv und oft von verblüffender Einfachheit. Verwendete Mittel und wachsendes Produkt sind Gegensätze seltener Art.

Der Bauplatz erscheint mir als ein kopfloses Durcheinander, ein kreuz und  quer, ein hin und her, ein Kommen und Gehen, ein Gestikulieren und Lärmen, scheinbar ohne Richtung, ohne Ziel. Doch mit etwas Phantasie  kann man bescheidene Auswirkungen einer gelenkten Organisation sehen.


Museum
Schweizerische Wagons- und
Aufzügefabrik AG Schlieren

Wagistrasse 13
CH-8952 Schlieren ZH

Öffnungszeiten:
Mittwoch vo 14:00 - 18:00
Jeden 2. Sonntag 14:00 - 18:00
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